Das diesjährige Sommerlaufcamp im BSFZ Schloss Schielleiten fand vom 16. Juli (Sonntag) bis zum 21. Juli (Freitag) statt. Um die 17 unserer dynamischen Athletinnen und Athleten optimal durch die Laufsportwoche zu geleiten, wurde Udo (Trainings-Leitung) von Diana, Hannes und Dariusz in sämtlichen Belangen tatkräftigst bei der Betreuung unterstützt. Sämtliche Details zum Sommerlaufcamp 2017 lassen sich im folgenden Tagebuchbericht nachlesen.

 

 

 

 

 

Sonntag, 16. Juli 2017

Da an diesem Abend mit »La Margarita« rund um das Schloss Schielleiten ein absolutes Highlight der diesjährigen STYRIARTE über die Bühne gehen sollte, waren bereits am frühen Nachmittag viele Besucher_innen am Gelände unterwegs, um sich auf ein barockes Fest mit einem Pasticcio aus Opernszenen und Rossballett einzustimmen. Während die Festspiel-Gäste seit den Mittagsstunden den Auftritten ihrer Publikumslieblinge Julla von Landsberg, Flavio Ferri-Benedetti, Daniel Johannsen und Jochen Kupfer entgegenfieberten, warteten mitten unter ihnen auf der Terrasse des Sportcafés die Betreuer_innen des Sommerlaufcamps auf die Ankunft ihrer eigenen 17 Publikumslieblinge:

Fabiana Tschöp
Chiara Tschöp
Julia Trinkl
Dominik Schnitzer
Pascal Rockenbauer
Melissa Pluta
Celine Pluta
Kristyna Monnier
Valentin Krischanitz
Daniel Janitsch
Tatjana Huf
Maya-Paula Hess
Moritz Gamsjäger
Andreas Gamsjäger
Felix Friedlmayer
Markus Burian
Bernhard Braunsdorfer

 

Nachdem um 13:86 Uhr auch die letzten Sommerlaufcamper_innen pünktlich eingetroffen waren, mussten einige administrative Angelegenheiten besprochen werden – denn die eingangs erwähnte Kultur-Veranstaltung brachte es mit sich, dass wir in der ersten Nacht nicht im BSFZ Schielleiten, sondern im JUFA Pöllau untergebracht waren. Daher hieß es zunächst, sämtliches Gepäck in einer Garderobe zu verstauen und sich gleichzeitig für die erste Trainingseinheit umzuziehen.

Die gesamte Sommerlaufcamp-Woche sollte dem Schwerpunkt »Beschleunigungs- und Sprintschnelligkeitstraining« gewidmet sein und so fanden sich 16 unserer Athletinnen und Athleten (Julia stieß aus terminlichen Gründen erst am Abend zu uns) rasch auf der 400 Meter Laufbahn wieder, um sich für eine erste Schnelligkeitstrainingseinheit aufzuwärmen. Dabei galt es, eine Strecke von 15 Metern mehrmals so schnell wie möglich zu beschleunigen (Krystina und Dominik hatten eine Distanz von 10 Metern zu bewältigen). Das Hintergrundwissen dazu sollte in einer eigenen Theorieeinheit am Abend vermittelt werden. Nach insgesamt 16 Beschleunigungen (und folglich 240 bzw. 160 Metern) bei recht heißen Temperaturen hatten sich die Kids eine Abkühlung im Badesee redlich verdient. Anders als im Jahr zuvor, verfügte der Teich auch über einen ausreichend hohen Wasserstand und so stand einigen spektakulären Sprüngen vom Holzsteg nichts im Wege.

Um 18 Uhr ging es mit einem vom BSFZ Schielleiten zur Verfügung gestellten Reisebus ins 13 Kilometer entfernte JUFA Hotel Pöllau. Nachdem wir blitzschnell unsere Zimmer bezogen hatten, wurde auch schon zum Abendessen gerufen. Während die Kids ihren Hunger am Buffet mit zahlreichen Köstlichkeiten bekämpften, kam auch Julia im JUFA an (da es für sie das letzte Sommerlaufcamp als Teilnehmerin sein sollte, wollte sie unbedingt nachkommen, obwohl sie sich krankheitsbedingt noch nicht ganz fit fühlte).

Vom Abendessen ging es direkt in die Telefonzeit – und obwohl sich die Kids erst vor kurzem von ihren Eltern verabschiedet hatten, gab es bereits viel zu berichten. Nach einer kurzen aktiven Erholungsphase, die alle im phantastischen Garten des Hotels verbrachten, wurde es wieder sportlich: zumindest in theoretischer Hinsicht. Wir versammelten uns direkt hinter unseren Zimmern und besprachen gemeinsam die Grundprinzipien eines Schnelligkeitstrainings:

  1. Körpertemperatur erheblich über der Umgebungstemperatur (wird durch systematische Aufwärmarbeit erreicht)
  1. Technische Präzision vor Schnelligkeit (eine Bewegung soll erst dann schnell durchgeführt werden, wenn die richtige Technik stabilisiert ist)
  1. Dehnfähigkeit der Muskulatur (Muskulatur muss dehnfähig gemacht werden, um die inneren Widerstände zu minimieren)
  1. Optimale äußere Trainingsbedingungen (damit das Training ohne Störfaktoren ablaufen kann)
  1. Ständige Ergebnisrückmeldung (um Leistungsveränderungen genau zu erfassen, werden die Ergebnisse stets dokumentiert)

Des Weiteren erfuhren die Kids, welche speziellen Begriffe im professionellen Trainingsbetrieb verwendet werden, um eine Trainingseinheit punktgenau und ohne Diskussionsspielraum zu definieren. Für unser Beschleunigungstraining vom Nachmittag sah das wie folgt aus:

Trainingseinheit Beschleunigungs- und Sprintschnelligkeit
Belastungsintensität: 100% (mit höchster Willensanstrengung optimal beschleunigen)
Belastungsumfang: 2 Serien à 8 x 15 Meter
Belastungsdichte: 120 Sekunden Pause zwischen den Wiederholungen
300 Sekunden Pause zwischen den Serien

 

Nach der Theorie konnten sich unsere Athletinnen und Athleten noch eine halbe Stunde im Garten an diversen Spielgeräten austoben, ehe sie sich bettfertig machten und langsam Stille im JUFA Pöllau einzog. Darüber waren nicht nur die Betreuer_innen froh, sondern auch die Alpakas, die hinter dem Haus wohnten.

 

Montag, 17. Juli 2017

Der Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstück und die Morgensonne zauberte uns allen ein Lächeln auf die Lippen. Pünktlich um 9 Uhr hieß es jedoch bereits wieder Abschied nehmen vom JUFA Pöllau, denn der Bus brachte uns zurück in unser geliebtes Bundessportzentrum. Nachdem wir unsere Zimmer erst gegen Mittag beziehen konnten, schleppten wir abermals unser gesamtes Gepäck in eine Garderobe – dieses Mal allerdings gleich in den Keller unser künftigen Unterkunft: dem Schwarz-Reichenau-Haus nebst dem Schloss (Bernhard konnte sich noch daran erinnern, dass wir im Jahr 2014 schon einmal dort untergebracht waren). Und da wir nun schon genügend Gelegenheit zum Üben hatten, gelang der Gepäcktransfer in absoluter Rekordzeit (von dem Zeitpunkt an gerechnet, da Hannes und Udo endlich die richtige Garderobe gefunden hatten – aber das ist eine andere Geschichte).

Um 10 Uhr hatten wir bereits mit unseren Trainingssachen die Laufbahn erreicht und konnten mit dem Aufwärmprogramm beginnen. Heute Vormittag sollte die Maximalgeschwindigkeit ermittelt werden, die jede_r Athlet_in imstande war, aktuell zu laufen. Zu diesem Zweck montierten Hannes und Dariusz die Sensoren unserer digitalen Stoppuhr in einem Abstand von exakt 10 Metern auf der Zielgeraden der Laufbahn. Jede_r Läufer_in hatte drei Versuche, um die persönlich optimale Anlauflänge für den höchsten Stundenkilometerwert bei der Speed-Messung herauszufinden. Wie wir bereits bei der Theorieeinheit vom Vortag gehört hatten, folgt nach einer Phase der Maximalgeschwindigkeit (Phase 3 im Sprint) stets die Phase des Geschwindigkeitsabfalls (Phase 4). Daher war es vorrangiges Ziel bei dieser Messung, vor dem Startsensor die Pickup-Beschleunigung (Phase 2) abgeschlossen zu haben und innerhalb der 10 Meter keinesfalls in Phase 4 zu kommen.

Gemäß Punkt 5 der Grundprinzipien eines Schnelligkeitstrainings wurden sämtliche erhobenen Daten protokolliert, um für spätere Auswertungen und Vergleiche verfügbar zu sein. Alle Kids (bis auf die rekonvaleszente Julia) waren ausnahmslos mit Feuereifer dabei und fegten so schnell über die Laufbahn, dass man beinahe schon Rauch aufsteigen sehen konnte. Da am Mittwoch die Geschwindigkeitsmessung wiederholt wurde, findet ihr die gesammelten Daten samt Auswertung dort.

Exkurs: Auch die Betreuer (Diana hat sich schlauerweise vornehm zurückgehalten) ließen es sich nicht nehmen, an dieser Einheit teilzunehmen. Um es kurz zu machen:

  • Dariusz benötigte nach nur 1 Messung einen Termin beim Physio-Therapeuten und lief den Rest der Woche mit schwarzen Kinesio-Tapes am linken hinteren Oberschenkel herum.
  • Udo hatte nach 3 Messungen einen Muskelkater und litt ebenfalls den Rest der Woche darunter.
  • Hannes verlor während seiner Geschwindigkeitsmessung den Strohhut.
  • Breiten wir am besten den Mantel des Schweigens darüber!

 

Nach dieser Einheit ging es abermals kurz zum See und danach konnten wir auch endlich unsere Zimmer für diese Woche beziehen. Auf das Mittagessen folgte eine Erholungspause auf den Zimmern und daran anschließend eine aktive Erholungsphase, während der unsere Sportler_innen sich gegenseitig auf den Zimmern besuchen durften.

Aufgrund der extrem heißen Außentemperaturen gab es am Nachmittag eine lange Einheit im Schatten der mächtigen Bäume bei der Laufbahn, bei der wir uns ausgiebig dem Thema »Statisches Dehnen« widmen konnten. Nachdem wir uns mittels mehrmaligen Wiederholungen von den Zwillingswadenmuskeln bis zur Nackenmuskulatur hochgearbeitet hatten, waren die Rufe des Badesees nicht mehr zu überhören. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir somit im Wasser oder im Sand des Beachvolleyball-Platzes (oder manche entschieden sich dazu, beides zu versuchen und liefen folglich als Wiener Schnitzerl durch die Gegend).

Später konnten wir auf dem Weg vom Abendessen zurück in die Unterkunft Zeugen davon werden, wie sich mehrere Heißluftballone von der Wiese vor unserem Haus in die Lüfte erhoben und zu einer kleinen Rundreise ansetzten. Spektakulär und mit unendlich viel Geschick lenkten die Ballonfahrer ihre Gefährte dabei nur wenige Meter über Bäume hinweg, um in die passende Luftströmung zu gelangen.

Den Abend verbrachten wir zur aktiven Erholung wahlweise im kleinen Motorik-Park hinter der Kletterhalle oder auf einem kleinen Fußball-Platz mit Holzbanden. Während sich dem Spiel mit dem Ball ausschließlich Burschen zuwandten, konnte man auf den Geräten des Motorik-Parks Mädchen und Jungs gleichermaßen bewundern. Während dieser Zeit kehrten auch die Ballonfahrer hoch (bzw. nicht ganz so hoch) über dem Fußballfeld und dem Motorik-Park zu ihrer Wiese zurück und setzten gekonnt zur Landung an. Beim Abbau der Fluggeräte waren unsere Athletinnen und Athleten mit staunenden Augen wieder hautnah dabei. So endete der erste volle Tag im Bundessport- und Freizeitzentrum Schielleiten.

 

Dienstag, 18. Juli 2017

Aufgrund der Nächtigung im JUFA Pöllau von Sonntag auf Montag, fand der Morgenlauf erst heute Früh statt. Nach knapp 2 ½ Kilometern durch das wunderbare Gelände vom Schloss Schielleiten im gemütlichen Tempo waren wir munter genug, um uns auf das reichhaltige Frühstücksbuffet zu freuen.

Der heutige Tag stand abermals im Zeichen der 400 Meter Laufbahn. Dieses Mal galt es jedoch, die Ziel- und Gegengerade und die zwei Kurven zu bewältigen – oder anders ausgedrückt: eine ganze Runde. Um 10 Uhr begannen wir mit einem ausgiebigen Aufwärmtraining, denn die Vorgabe für die heutige Einheit hatte es in sich: 2 x 400 Meter mit einer Pause von 180 Sekunden zwischen den beiden Runden, wobei jede Runde so schnell wie möglich gelaufen werden sollte – und die langsamere der beiden Runden zählte. Ging man also die erste Runde zu schnell an, könnte es sein, dass die Zeit der zweiten Runde darunter zu leiden hatte. Lief man allerdings die erste Runde zu langsam an, um für die zweite Runde Kräfte zu sparen, hatte man die langsame Zeit der ersten Runde zu Buche stehen. Für Krystina galten dieselben Vorgaben, nur auf 200 Meter umgemünzt. In den bereits bekannten Fachbegriffen ausgedrückt, klang das wie folgt:

Tempotraining
Belastungsintensität: Wettkampftempo
Belastungsumfang: 2 x 400 Meter
Belastungsdichte: 180 Sekunden Pause zwischen den Wiederholungen

 

Wie sich herausstellte, konnten unsere Kids mit dieser Herausforderung außerordentlich gut umgehen. Besonders Tatjana zeigte mit einem Zeitunterschied von lediglich 0,04 Sekunden (nicht einmal ein Wimpernschlag) auf. Die genauen Daten können der nachfolgenden Tabelle und dem Diagramm entnommen werden.

 

Exkurs: Dank eines 24-Stunden-Notdienstes sämtlicher Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten im näheren Umkreis von Schielleiten wagte sich auch Dariusz wiederum auf die Laufbahn, um sich dieser Aufgabe zu stellen. Mit einer Zeit von 1:13,62 in der ersten und 1:14,30 in der zweiten Runde, zeigte sich, dass die Kinesio-Bänder an seinen Oberschenkeln wie ein Schweizer Uhrwerk arbeiteten. Udo hatte immer noch einen Muskelkater und Hannes suchte weiterhin seinen Strohhut.

Am Nachmittag fanden wir uns abermals im Schatten der Bäume bei der Laufbahn ein, um einmal in Ruhe einen Blick auf die Inhaltsstoffe bestimmter Lebensmittel zu werfen. Zu diesem Zweck hatte Udo die Nährwertangaben von insgesamt 6 unterschiedlichen Lebensmitteln gesammelt, die nun gemeinsam auf versteckten Zucker untersucht wurden. Neben einem Softdrink, einem Energydrink und Orangensaft, standen auch Chips, Fertigpizza und Vollmilchschokolade auf dem Prüfstand. Besonders überrascht waren dabei einige, dass die beworbene Energie eines bekannten Energydrinks beinahe ausschließlich aus Wasser und billigem Industriezucker besteht.

Nach so viel Information über Zucker hatte der Trainer einen Gusto auf Schokolade, während die Kids aufgrund der Hitze eine Abkühlung brauchten. Vor der Abkühlung brauchten sie allerdings eine Abkühlung. Daher nutzten sie zunächst die Sprinkleranlage, die zur Bewässerung des großen Sportplatzes aktiviert worden war, um hinterher bereits klitschnass in den Badesee zu springen. Für einige war das kühle Nass allerdings nicht kühl genug, und so ließen sie sich zusätzlich (zum Teil bis zur Nasenspitze) im Sand des Beachvolleyball-Platzes eingraben.

 

Mittwoch, 19. Juli 2017

Der Mittwochvormittag stand voll und ganz im Zeichen von »Maximalgeschwindigkeit«. Aus organisatorischen Gründen waren wir allerdings gezwungen, gegen Punkt 4 der Grundprinzipien des Schnelligkeitstrainings zu verstoßen: einerseits wurde die Empfindlichkeit der Sensoren erhöht und andererseits wechselten wir die Laufrichtung auf der Zielgeraden. Diese Faktoren dürften mit ein Grund dafür sein, dass kaum jemand die Höchstgeschwindigkeit von Montag erreichen konnte. Zwischen den einzelnen Versuchen wurden im Schatten technische Details besprochen und am Laufstil des einen oder der anderen herumgefeilt. Denn gemäß Punkt 2 der Grundprinzipien, geht technische Präzision stets vor Schnelligkeit.

 

Zur Überraschung aller wurde nach dieser Einheit noch eine Runde auf der 400 Meter Laufbahn im Wettkampftempo gefordert. Dies diente vor allem der Stärkung der mentalen Fitness. Denn obwohl manche nach dem Schnelligkeitstraining es nicht für möglich hielten, noch eine Laufbahnrunde draufzusetzen, liefen sie teils phantastische Zeiten – die zum Teil erheblich unter den Rundenzeiten vom Vortag blieben. Auch diese Daten findet ihr in nachfolgender Tabelle und dem Diagramm – zum Vergleich mit den Daten vom Vortag.

 

Nach diesem sehr intensiven Vormittag ging es am Nachmittag im Lehrsaal weiter. Auf dem Programm stand das Thema der »Energiebereitstellung im menschlichen Körper«. Mit blumigen Worten und unter Zuhilfenahme einer Tafel, einer Flip-Chart sowie zweier Luftballone versuchte Udo den Athletinnen und Athleten ein Bild davon zu zeichnen, was im Körper passiert, wenn man in unterschiedlichen Tempi läuft. Diese ließen sich auch von Begriffen wie »Adenosintriphosphat« (ATP) oder »Kreatinphosphat« (KP) nicht einschüchtern. Am Ende konnte zum Beispiel jede_r die Frage beantworten, wieso kein Mensch 800 Meter im Sprint durchlaufen kann.

 

Während des Vortrages kündigte sich eines der legendären Gewitter über Schielleiten an und so eilten Dariusz und Diana zum Badesee, um die Badetücher und -bekleidung einzusammeln, die wir nach unserem Besuch vor dem Mittagessen dort zum Trocknen aufgehängt hatten. Die schweren Donnerschläge und das helle Zucken der Blitze dürften mitgeholfen haben, dass die Kids bei diesem theoretischen Teil hellwach blieben. Da der für den späteren Nachmittag geplante Ausflug zum Badesee wortwörtlich ins Wasser fiel, analysierten wir im Lehrsaal noch die Lauftechnik einiger ausgewählten Sprints von uns, die bei der Messung der Höchstgeschwindigkeit aufgezeichnet wurden.

Nach diesen anstrengenden Stunden im Klassenzimmer hatten sich die Kids eine kleine Belohnung verdient und so ging es nach dem Abendessen schnurstracks ins Sportcafé, wo eine freundliche Dame bereits darauf wartete, das Geld unserer Sportler_innen in Eis, Chips oder Softdrinks umzuwandeln. Auf der Terrasse wurden dann die erworbenen Leckereien genossen, nicht ohne auch einen Blick auf die Nährwert-Tabellen zu werfen und die Inhaltsstoffe untereinander zu vergleichen. Dermaßen gestärkt ging es als Abendprogramm auf die altehrwürdige Kegelbahn, wo sich zwei Gruppen - traditionellerweise »Die Rotzbacken« und »Der Gerät« - zum ewig jungen Duell gegenüberstanden. Der fleißigste Kegler dieses Abends war Dominik, der die Kugel gefühlte eintausend Mal in Richtung der Kegel schleuderte. Es endete - ebenfalls traditionellerweise - mit unendlich lauten Schlachtgesängen der beiden Teams. Aufgrund der unterschiedlichen Auffassung bezüglich der korrekten Zählweise der umgefallenen Kegel (Phantasiewerte versus Realität) konnte zwar kein eindeutiger Sieger ermittelt werden, aber »Die Rotzbacken« haben gewonnen.

 

Donnerstag, 20. Juli 2017

Dieser Donnerstag war ganz und gar alternativen Trainingsvarianten gewidmet, die das Schnelligkeitstraining wunderbar ergänzen konnten. Am Vormittag ging es auf die Weitsprunganlage, um ein paar Sprünge in den Sand zu setzen. Dabei handelte es sich allerdings dezidiert um kein Weitsprungtraining, denn wir besprachen keine technischen Feinheiten des Anlaufes, des Absprunges oder der Landung. Es ging einzig darum, Freude an der Bewegung zu entwickeln und sich ein wenig mit den anderen zu messen. Daher wurde auch das Absprungbrett seines Amtes enthoben und jeder Sprung wurde vom tatsächlichen Absprungpunkt gemessen. Insgesamt wurden die Weiten von jeweils 4 Sprüngen notiert, wobei zum Zwecke der Information auch stets die Geschwindigkeit beim Absprung angezeigt wurde. Es kam zu einem packenden Kampf um die Krone des Weitsprung-Königs bzw. der Weitsprung-Königin. Während Hannes versuchte, seinen Titel vom Vorjahr zu verteidigen, setzte Tatjana bei den Mädchen ganz neue Maßstäbe. Und obwohl Hannes (weitester Sprung 4,21 Meter) selbst auf die aerodynamischen Vorteile seines wiedergefundenen Strohhutes zurückgriff, verlor er nicht nur die vereinsinterne Weitsprung-Krone an Moritz – auch die familieninterne Weitsprung-Krone musste er an seinen Sohn Bernhard übergeben. Sämtliche Details zu allen Sprüngen findet ihr wiederum in der Tabelle und im Diagramm.

 

Die Zutaten für die Nachmittagseinheit waren ein Seil, ein Stock, ein Tennisball, ein Hütchen und ein Fahrrad. Zunächst einmal wurden insgesamt 4 (+1) Gruppen gebildet, die in unterschiedlichen Spielen gegeneinander antreten mussten.

  • »Der Gerät« (Valentin, Felix, Pascal, Markus)
  • »Snesterne« (Celine, Julia, Daniel, Andreas)
  • »Baum« (Bernhard, Moritz, Maya-Paula, Dominik)
  • »Dynamos« (Chiara, Fabiana, Tatjana, Melissa, Krystina)
  • »Ohne Worte« (Dariusz, Hannes) [Gruppenname wurde von Udo vergeben]

Als erste Herausforderung galt es, eine bestimmte Strecke im Dreibeinlauf so schnell wie möglich zu absolvieren. Zu diesem Zwecke wurde das je benachbarte Bein im Unterschenkelbereich von zwei Teammitgliedern mit einem Seil zusammengebunden. Die schnellste Zeit wurde dabei von der Gruppe »Dynamos« erzielt, dicht gefolgt von »Snesterne« und »Ohne Worte«.

Beim nächsten Spiel musste man sich zunächst 5 Sekunden lang mit dem Kopf nach unten um einen Stock drehen und sofort im Anschluss daran einen Tennisball so nah wie möglich an ein 15 Meter entferntes Hütchen werfen. Letztlich zählte jener Ball innerhalb einer Gruppe, der am nächsten zum Hütchen zum Liegen kam. Nachdem unsere dynamischen Athletinnen und Athleten nach der Dreherei teilweise wild durch die Gegend kugelten, waren manche Würfe sensationell nahe am Hütchen dran. Eine Einschulung in die Spezielle Relativitätstheorie von Albert Einstein bekam die Gruppe »Ohne Worte«, denn eine plötzliche Raum-Zeit-Verschiebung verlangsamte die Stoppuhr und Hannes und Dariusz mussten sich gefühlte 30 Sekunden lang um den Stock drehen (vermutlich lag es daran, dass sie bloß einmal den zweiten und einmal den vierten Platz belegten). Das beste Drehvermögen bewiesen die Gruppen »Snesterne« und »Baum« mit jeweils einem Sieg in dieser Disziplin.

Zum Abschluss mussten unsere Sportler_innen auf einem Fahrrad eine 20 Meter lange Strecke auf der Bahn 3 der 400 Meter Bahn so langsam wie möglich absolvieren. Jedes Verlassen der Bahn und jedes Absteigen vom Fahrrad wurde mit jeweils 2 bzw. 5 Sekunden Strafe versehen. In der Langsamkeit waren Dariusz und Hannes natürlich nicht zu schlagen und so brauchten sie für die Strecke ca. 58 bzw. 76 Sekunden. Bei den dynamischen Kids siegte die Gruppe »Der Gerät« (langsamste Zeit von Markus mit 53 Sekunden).

An diesem Tag sollte aber nach dem Abendessen auch noch der »Bunte Abend« stattfinden, für den unsere Athletinnen und Athleten in beinahe jeder freien Minute dieser Woche kleine Show-Programme vorbereitet und eingeübt hatten. Aus diesem Grund trafen wir uns um 20:15 Uhr (pünktlich zum Hauptabend), um den letzten Abend des Sommerlaufcamps gebührend zu feiern.

Zunächst gab es eine packende Kriminalvorführung von Tatjana, Melissa, Chiara und Fabiana, bei der es galt einen Mord in einem Urlaubshotel aufzuklären. Unvergleichlich dabei in ihrer Paraderolle als Hund: Fabiana. Alle vier spielten ihre Rolle(n) derart gekonnt und mit einer derartigen Begeisterung, dass es das Publikum förmlich von den Stühlen riss und es am Ende Standing Ovations gab.

Im Anschluss daran folgte eine Witzeparade von Andreas, Bernhard, Celine, Daniel, Dominik, Julia, Krystina, Maya-Paula und Moritz. Obwohl das kritische Publikum einige der Kalauer und Bonmots bereit kannte (und damit auch nicht hinter dem Berg hielt), gelang es der Gruppe mit viel Engagement, die eine oder andere tolle Pointe zu setzen.

Den Abschluss dieses »Bunten Abends« bildete eine Aufführung von Pascal, Markus, Felix, Valentin und Udo. Dabei durfte Udo als Moderator einer Tiersendung die vom Aussterben bedrohten Teletubbies im Studio begrüßen.

 

Freitag, 21. Juli 2017

Wie alle Jahre, begannen wir den letzten Tag des Sommerlaufcamps mit einem Morgenlauf. Wir liefen exakt dieselbe Runde wie am Dienstagmorgen, nur in die entgegengesetzte Richtung. Danach gab es die obligatorischen Gruppenphotos mit der traumhaft schönen Fassade des Schlosses im Hintergrund. Für Hannes simulierten wir auf dem Weg zurück in die Unterkunft auch noch einen Morgenlauf, da er heuer gar nicht dazugekommen war, bei den Läufen selbst zu photographieren (vielleicht auch noch ein Trauma vom letzten Jahr – nachzulesen im Sommerlaufcamp-Bericht 2016).

Nach dem letzten Frühstück für dieses Jahr ging es nach einer kurzen Pause wiederum in den Schatten der Bäume nahe der Laufbahn. Es stand eine Einheit Kräftigungsübungen auf dem Plan. Neben vielen anderen Übungen, führten wir zum Teil auch welche durch, die bereits den Großmüttern und -vätern der Kids in der Schule gelehrt wurden – zum Bespiel Bockspringen oder Brunnenschöpfen. Als besonderes Highlight dieser Einheit wurden mittels spezieller Gymnastik die Zehen und Füße trainiert.

Dies war die letzte sportliche Einheit des diesjährigen Sommerlaufcamps, denn nach dem Mittagessen wurden alle vom Verein auf ein Eis im Sportcafé eingeladen und hinterher waren alle Eltern eingeladen, mit den Kids und den Betreuer_innen gemeinsam das heiße Wetter zum Schwimmen zu nutzen oder Beachvolleyball zu spielen. So ging ein wundervolles Sommerlaufcamp 2017 harmonisch zu Ende!

 

 

Sämtliche 2.043 Photos vom Sommerlaufcamp 2017 sind hier zu finden >>

 


 

In eigener Sache:

 

Liebe Athletinnen!
Liebe Athleten!
Liebe Eltern!
 

Dieses Sommerlaufcamp war das letzte, das ich persönlich in leitender Funktion gestalten und betreuen durfte. Ich möchte mich an dieser Stelle bei jeder und jedem Einzelnen für Euer entgegengebrachtes Vertrauen, Euer Engagement und Eure positive Energie bedanken! Dieser Laufverein ist in der Tat etwas ganz Besonderes und es erfüllt mich mit Stolz und Glück, über einen längeren Zeitraum ein kleiner Teil dieses Ganzen gewesen zu sein. Ich wünsche Euch für die Zukunft alles erdenklich Gute, Feine und Schöne – vor allem Gesundheit und Freude an der Bewegung!

 

Keep on running!

Euer Udo.