Sommerlaufcamp 2016

Das Sommerlaufcamp des Dynamo Seyring fand heuer vom 10. bis zum 15. Juli abermals im Bundessport- und Freizeitzentrum Schloss Schielleiten unter der Leitung von Udo, Valerie und Viola statt. Tatkräftigst unterstützt wurden sie dabei von insgesamt 3 Betreuer/innen, galt es doch, 15 topmotivierte Mädchen und Jungs durch diese Laufsport- bzw. Leichtathletikwoche zu geleiten.

Sommerlaufcamper/innen: Julia Trinkl, Christina Pastuccha, Tina Oberleitner, Fabiana Tschöp, Chiara Tschöp, Valentin Krischanitz, Julian Kapp, Daniel Janitsch, Tatjana Huf, Maya-Paula Hess, Moritz Gamsjäger, Andreas Gamsjäger, Felix Friedlmayer, Markus Burian, Bernhard Braunsdorfer.

Betreuerteam: Viola Kleiser, Valerie Kleiser, Diana Huf, Julia Friedlmayer, Hannes Braunsdorfer, Udo Lakovits

 

 

 

Tagebuchaufzeichnung
von Udo

Sonntag, 10. Juli 2016

Punkt 14 Uhr hatten sich alle 15 Sommerlaufcamper/innen (Lisa wurde über Nacht leider krank und konnte nicht mitkommen) vor dem Sportcafé im Bundessport- und Freizeitzentrum Schielleiten eingefunden, so dass die Betreuer/innen daran gehen konnten, die anwesenden Eltern von ihren Kindern loszueisen und die Erwachsenen zu deren Autos zu schieben, zu ziehen und mitunter auch zu tragen.

Danach nahmen sich alle gemeinsam der großen Herausforderung der Zimmereinteilung an, denn in diesem Jahr waren wir erstmals im Hauptgebäude untergebracht. Die Nähe zum Speisesaal stellte dabei (vor allem für den Trainer) ein großes Plus dar. Jedoch bedeutete dies auch, dass uns insgesamt nur zwei 2-Bettzimmer und vier 3-Bettzimmer für unsere jungen Athlet/innen zur Verfügung standen. Aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres rechneten wir bereits mit sehr langen und zähen Verhandlungen seitens der Mädchen, doch es kam ganz anders. Die Läuferinnen hatten sich innerhalb von wenigen Augenblicken auf eine Zimmerbelegung geeinigt. Weitaus schwieriger gestaltete sich jedoch die Lage bei den Burschen. Es hatten sich vier Zweierteams gebildet, die alle das eine 2-Bettzimmer für sich beanspruchten. Wir versuchten daher, die Jungs zu einem Gedankenaustausch und einer Diskussion zu bewegen, um selbst eine Lösung für diese verzwickte Situation zu finden. Obwohl sich sämtliche Zweierteams eine gute halbe Stunde äußerst intensiv und aufgeregt angeschwiegen hatten, kam es überraschenderweise zu keiner Einigung. Aus diesem Grund musste das Los entscheiden. Mittels Strohhalmen wurde einerseits ermittelt, welches Team das eine 2-Bettzimmer beziehen durfte und andererseits, welches Team sich aufteilen musste, um die zwei Dreierzimmer zu befüllen. Dass technische Schwierigkeiten zu einer weiteren Verzögerung führten (der Trainer hatte aus unerfindlichen Gründen bei einer Ziehung nur „kurze“ Strohhalme in seiner Hand), lassen wir an dieser Stelle höflicherweise beiseite.

Die endgültige Zimmereinteilung:

  • Christina & Maya-Paula
  • Chiara, Tatjana &Tina
  • Fabiana & Julia
  • Andreas, Daniel & Moritz
  • Bernhard, Julian & Markus
  • Felix & Valentin
  • Diana & Julia
  • Hannes & Udo

 

Nachdem die Zimmer bezogen waren und auch Moritz und Andi ihre zwei Riesensäcke voller Naschereien aller Art im Kasten verstaut hatten, ging es bereits auf einen ersten Erkundungslauf quer übers Gelände des Bundessportzentrums. Vorbei an alten Bäumen (darunter auch eine wunderschöne Süntel-Buche), liefen wir über die Schlosswiese direkt zur 400-Meter-Bahn, der wir in den nächsten Tagen noch des Öfteren begegnen sollten. Alle durften zur Begrüßung eine Runde im freien Tempo drehen, wobei einige gleich einen Sprint anzogen, dass die Schuhsohlen nur so rauchten. Aufgrund der Hitze nutzten wir ein schattiges Plätzchen direkt bei der Laufbahn, um ein paar administrative Angelegenheiten zu besprechen. Danach setzten wir den Erkundungslauf fort und machten noch eine kleine Bergauf-Einheit hinter dem Badesee extra.

Nach dem Abendessen kehrten wir mit Badesachen zum See zurück und mussten leider feststellen, dass der Wasserspiegel ausgesprochen niedrig war (später erfuhren wir, dass der Steg neu gemacht worden war und zu diesem Zweck der See ausgelassen wurde – ganz ohne Zufluss und mit sehr wenig Niederschlag in den darauffolgenden Wochen, füllte sich der Teich folglich noch nicht vollständig). Mit dem niedrigen Wasserpegel ging natürlich auch ein Sprungverbot einher und das hatte für uns zwei schwerwiegende Konsequenzen:

  1. Der Weisse Hai konnte aus Sicherheitsgründen nicht freigelassen werden.
  2. Hannes und Udo mussten ihre lange geübte Vorführung im Synchronspringen (es waren 2 ½ Vorwärtssalti mit 3 Schrauben gehechtet geplant) leider absagen (daher gibt’s nur ein Archivbild vom letzten Jahr).

Archivbild vom VorjahrDem Badevergnügen sollte dies allerdings keinen Abbruch tun, zumal uns ja auch noch zwei Beachvolleyballplätze direkt beim See zur Verfügung standen. Am späteren Abend marschierten wir dann alle in den Turnsaal im Schloss, um uns auf einer riesigen Leinwand das Finale der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich anzusehen. Danach zogen wir uns in die Zimmer zurück, um für die Herausforderungen der nächsten Tage ausgeruht zu sein. Soweit der Plan! Wir hatten allerdings nicht mit einem Fußballverein aus Vöcklabruck (und insbesondere mit Michael mit der Rückennummer 8) gerechnet, der ebenfalls im Haupthaus Quartier bezogen hatte. Nachdem die Betreuer ihre Schützlinge sich selbst überließen, feierten die natürlich beinahe jeden Tag Party bis weit nach Mitternacht (aber auch tagsüber während unserer Ruhephasen nach anstrengenden Trainingseinheiten war es extrem laut). Folglich übernahmen wir vier BetreuerInnen vom Dynamo Seyring auch noch die Aufsicht über den Vöcklabrucker Fußballverein.

 

Montag, 11. Juli 2016

Da wir aufgrund des EM-Finales erst ein wenig später in die Betten kamen, wurde der traditionelle Montags-Morgenlauf auf Dienstag Früh verlegt. Und so starteten wir zunächst mit einem tollen Frühstück in den Tag, ehe wir nach einer kurzen Ruhepause die Vormittagseinheit bei strahlendem Sonnenschein bei und auf der 400-Meter-Bahn verbrachten. Auf dem Programm stand das Anpassen der Geschwindigkeit an bestimmte Zeitvorgaben. Zu diesem Zweck teilten wir die Bahn in 4 x 100 Meter Teilstücke und markierten diese mit Hütchen. Nach dem Aufwärmen gingen die Mädchen als erste Gruppe an den Start. Ziel war es, die 400 Meter mit einer Pace von 06:30min/km zu absolvieren. Also durfte man 02:36 Minuten für eine Runde und jeweils 39 Sekunden für die vier 100 Meter Teilstücke benötigen. Zur Hilfe bei der zeitlichen Orientierung erfolgte alle 39 Sekunden ein Pfiff. War die Gruppe beim Pfiff genau beim Hütchen, hatte sie das richtige Tempo eingeschlagen. Hatte sie das Hütchen beim Pfiff bereits hinter sich gelassen, musste sie das Tempo ein wenig reduzieren. Lag das Hütchen beim Pfiff noch vor ihr, war sie ein wenig zu langsam unterwegs und musste das Tempo verschärfen. Die vereinseigene Stoppuhr hatten wir zwar aufgebaut und sie lief auch mit, allerdings wurde der Monitor nicht eingeschalten, damit die Kids sich nicht an die Uhr klammerten.

Die ersten beiden Zeitvorgaben (Pace von 06:30min/km und 05:00min/km) absolvierten die Mädchen- und die Burschengruppe jeweils souverän. Zum Abschluss durfte sich jede Gruppe eine schnelle Zeitvorgabe nach eigener Wahl aussuchen. Die Mädels entschieden sich für eine Pace von 04:30min/km und die Jungs für eine Pace von 03:30min/km. Die vier 100 Meter Teilstrecken hätten in diesem Fall in 27 bzw. 21 Sekunden durchlaufen werden müssen. Trotz der großen Hitze waren einige unserer Athlet/innen ganz nahe dran, dies auch zu schaffen – bei manchen fehlten am Ende nur wenige Sekunden.

Frisch geduscht ging es hinterher zum Mittagessen und danach direkt in die Ruhephase. Und nachdem wir auch die Vöcklabrucker Fußballer einigermaßen beruhigt hatten, war es denn auch tatsächlich ruhig.

Für die Nachmittagseinheit wartete eine große Überraschung auf unsere Kids. Zwei absolute Top-Athletinnen (sie nennen mehrere Staatsmeistertitel ihr Eigen) der österreichischen Leichtathletikszene waren angereist, um bis Mittwoch dankenswerterweise die Trainingseinheiten mit unseren Mädchen und Burschen zu übernehmen. Valerie Kleiser (Hürdenspezialistin) und Viola Kleiser (Sprintspezialistin). Nach einer ganz kurzen Vorstellungsrunde folgte eine 90-minütige Trainingseinheit mit dem Speer. Viola und Valerie zeigten dabei zunächst ein paar sportgerätespezifische Aufwärmübungen und erklärten die Basics des Speerwurfs. Die Kids machten eifrig mit und nach ein paar statischen Übungen wurde das Netz bei der Wurfanlage entfernt und wir alle konnten die ersten Speere mit dynamischem Anlauf in das Feld hinaus werfen. Während die Mädchen und Jungs einen tollen Wurf um den anderen zeigten, entbrannte zwischen Julian und Udo ein erbitterter Wettstreit um die Tageshöchstweite. Nachdem Udo allerdings nicht einen einzigen gültigen Versuch zustande brachte, musste er Julian zähneknirschend zum Sieg gratulieren (an dieser Stelle sei noch erwähnt, dass Julian aufgrund einer Verletzung nicht anlaufen, sondern lediglich im Schneckentempo „anhumpeln“ konnte). Ein schwarzer Tag für den Trainer!

Nach dem Abendessen verbrachten wir die Zeit mit aktiver Erholung. Während sich einige Jungs auf der Schlosswiese ein Fußballspiel lieferten, versuchten sich die Mädchen und die anderen Burschen an den Geräten im kleinen Motorik-Park hinter der Kletterhalle. Zum Abschluss des Tages wurde Viola und Valerie die Ehrenmitgliedschaft beim Dynamo Seyring verliehen und beide erhielten zu ihrer großen Freude ein offizielles Dynamo-Trainingsshirt. Nachdem sich die Gelsen an uns allen satt gegessen hatten, gingen auch wir zu Bett. Aber zuvor galt es noch, die Vöcklabrucker Fußballer ... aber das hatten wir schon.

 

Dienstag, 12. Juli 2016

Der von Montag auf heute verschobene Morgenlauf zauberte nicht jeder bzw. jedem gleich zu Beginn ein Lächeln auf die Lippen. Bei so herrlichem Wetter dauerte es allerdings nicht sehr lange, bis sich auch die letzten den Schlaf aus den Augen gerieben hatten und den Weg durch die Anlage genießen konnten (zu den Geschehnissen nach dem Morgenlauf bei der Schuhputzanlage vor dem Haupthaus folgt ganz unten noch der transkribierte Dialog zwischen Hannes und Maya-Paula: ein Drama in zwei Akten). Ein Mädchen allerdings hatte an diesem Morgen ein ganz besonders breites Lächeln im Gesicht. Und nachdem wir alle zusammen Tatjana beim Frühstück ein Geburtstagsständchen gesungen hatten, wurde das Lächeln sogar noch ein bisschen breiter.

Die Vormittagseinheit des heutigen Tages war eindeutig Valeries Revier: wir trainierten nämlich, abermals bei strahlendem Sonnenschein, den Hürdenlauf. Nach dem allgemeinen Aufwärmteil gab es wieder sportartspezifische Aufwärmübungen, ehe wir anhand kleiner Blöcke am Fußballplatz die Schrittfolge für den Hürdenlauf einübten. Danach absolvierten wir weitere technische Übungen an echten Hürden (immer noch am grünen Rasen), ehe wir dann tatsächlich auf die Laufbahn wechselten. Immer wieder liefen die Kids über die Hürden und machten dabei von Mal zu Mal eine bessere Figur. Bei Hannes und Udo ließ sich allerdings sehr schnell erkennen, dass keine Hürdenstars an ihnen verloren gegangen waren. Zum Abschluss zeigte uns noch Valerie, mit welch hohem Tempo und welcher Präzision sie ganz flach über die Hürden fliegen konnte.

 

Parallel zu unserem Hürdentraining hatten sich drei Männer und eine Frau vom Leistungskader des Bundesministeriums für Inneres auf der Laufbahn eingefunden, um ebenfalls eine Trainingseinheit zu absolvieren (die Männer mit durchtrainiertem nacktem Oberkörper). Darunter auch der mehrfache ehemalige Staatsmeister über 200 und 400 Meter und ehemalige Staatsmeister im Zweierbob: Christian Smetana. Nachdem ihn Viola darum gebeten hatte, uns einen Start aus dem Startblock zu zeigen, katapultierte er sich nach kurzer Vorbereitungszeit dermaßen kraftvoll aus der Startvorrichtung, dass uns die Spucke weg blieb. Julian und Markus hatten auch sogleich einen Spitznamen für Christian parat: Der Gerät!

Nach dieser anstrengenden Einheit ging es zur Abkühlung wieder zum Badesee und hinterher zu einem Match aufs Beachvolleyballfeld. Nach dem Mittagessen gab es noch eine phantastische Geburtstagstorte und abermals ein Ständchen für Tatjana. Da das Geburtstagskind die Sachertorte herzlich gerne mit allen Dynamos teilte, war hinterher ein Verdauungsschläfchen angesagt. Zuvor holten sich einige Kids allerdings noch Autogramme von Christian Smetana, der ebenfalls im Speisesaal war. Über die Tatsache, dass dieser sich gerade zum Essen hingesetzt hatte, sahen unsere Kids gnädig hinweg. Auch aus diesem Grund gab es eine etwas längere Mittagspause, ehe wir uns für die Nachmittagseinheit in zwei Gruppen teilten.

Während Valerie mit der einen Gruppe zunächst den Hochsprung trainierte, gab es bei Viola für die andere Gruppe ein ausgiebiges Kugelstoßtraining. Nach einer Dreiviertelstunde wechselten die Gruppen die Station.

Beim Hochsprung zeigte Valerie zunächst den Schersprung vor und alle Kids machten eifrig mit. Beim Flop taten sich einige dann allerdings ein wenig schwerer, obwohl letztlich alle zumindest einen Sprung in der Flop-Technik absolvierten. Da Daniel zumeist unfreiwillig eine Mischung aus Rollsprung und Wälzer zeigte, wechselte er dann auch erst später zum Kugelstoßen.

Viola begann das Kugelstoßen mit ein paar klassischen Aufwärmübungen und einigen Erklärungen zur Technik des Stoßens. Sodann gingen die Kids auch schon begeistert daran, ihre Ausführungen in die Tat umzusetzen. Julian forderte Udo abermals zu einem Wettstreit heraus, aus dem der Trainer diesmal eindrucksvoll als Sieger hervorgehen konnte: mit einer um 28,4 Kilogramm schwereren Kugel (gefühlter und geschätzter Wert) stieß Udo um exakt einen halben Zentimeter weiter als Julian. Ein überwältigender Triumph für den würdigen Champion!

Nach diesen beiden Einheiten hatten Viola und Valerie noch viel zu tun, denn unsere Kids hatten ihre Dynamo-Shirts mitgebracht, um sich Autogramme von den beiden zu holen. Also wurde die Abdeckung für die Hochsprungmatte kurzerhand zum Schreibtisch umfunktioniert.

Am Abend ging es zur Kegelbahn wo sich zwei Gruppen formierten, um gegeneinander anzutreten: auf der einen Seite "Die Rotzbacken" und auf der anderen Seite "Der Gerät". Die Anfeuerungsrufe der rivalisierenden Gruppierungen wurden mitunter so laut, dass man sich die Ohren zuhalten musste. Nachdem die Technik der Kegelbahn auch schon in die Jahre gekommen war, gab es mitunter diverse Aussetzer, so dass am Ende gar nicht mehr festgestellt werden konnte, wer denn nun tatsächlich gewonnen hatte. Man einigte sich auf ein Remis.

 

Mittwoch, 13. Juli 2016

Über Nacht hatte es geregnet und somit abgekühlt. Also ideale Voraussetzungen für eine Sprinteinheit mit Viola und Valerie auf der Laufbahn. Nach dem altbewährten Lauf-ABC gab es noch spezielle Aufwärmübungen für den Sprint. Da als großes Ziel für diesen Vormittag ein 4 x 100 Meter Staffellauf auf dem Programm stand, wurde auch die Staffelholz-Übergabe eingehend geübt. Viola und Valerie zeigten uns eine Technik, bei der das Staffelholz von jeder/m Läufer/in in der Hand weitergegeben wird, in der sie/er es empfangen hat. Dies hat den Vorteil, dass das Staffelholz nach der Übernahme nicht mehr in die andere Hand genommen werden muss. Zu diesem Zweck haben sich die Läufer/innen 2, 3 und 4 aber auch schon richtig auf der Bahn zu positionieren.

Dass die beiden wissen, worüber sie reden, bewiesen sie nur knapp 3 Wochen später, am 31. Juli 2016 bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften in Rif: gemeinsam mit Michaela Burda und Eva Wimberger holten Valerie und Viola für die UNION St. Pölten in 46,68 Sekunden den Staatsmeistertitel in den 4 x 100 Meter der Frauen. Wir vom Dynamo Seyring gratulieren auf das Allerherzlichste!

Nachdem die Weitergabe des Staffelholzes immer wieder eingeübt wurde, kam es dann zum ersten echten Staffellauf. Valerie und Viola verteilten die Kids auf ihren Positionen und nachdem der Lauf freigegeben wurde, erfolgte durch Julian das Startsignal. Sämtliche Wechsel haben einwandfrei funktioniert und so kam es zu einem sehr spannenden Rennen, bei dem sich sogar die Athlet/innen vom Leistungskader des BM.I zu begeisterten Anfeuerungsstürmen hinreißen ließen. Den ersten Platz holten sich im ersten und im zweiten Lauf Julia, Christina, Markus und Moritz. Die zweiten und dritten Plätze gingen an Andreas, Tatjana, Tina und Valentin sowie an Bernhard, Chiara, Daniel, Fabiana und Felix.

Vor der Mittagspause hatten wir dann noch einen Termin vor dem Schloss zu absolvieren, denn es galt, das eine oder andere Gruppenphoto von uns zu schießen. Nachdem wir auf den Stufen zum Schloss immer wieder von links nach rechts und von rechts nach links rücken mussten, hatten wir endlich die richtige Position für das perfekte Bild. Anschließend warfen wir uns noch in die Usain-Bolt-Siegerpose – vielleicht sieht man das eine oder andere Gesicht eines Tages auch bei den Olympischen Sommerspielen.

Beim Mittagessen bat dann Christian "Der Gerät" Smetana um ein Gruppenphoto mit unseren Kids. Dabei blieb es freilich nicht, denn plötzlich wollten alle Dynamos ein Selfie mit Christian, Viola und Valerie. Nach dem Essen mussten Valerie und Viola uns jedoch leider schon wieder verlassen, worauf nicht nur der Himmel ein paar Tränen vergießen musste. Denn nachdem wir nach dem Mittagessen zur Regeneration ein paar gemütliche Stunden am und im Badesee bzw. am Beachvolleyballplatz verbringen wollten, erwischte uns einer der berühmten steirischen Wolkenbrüche. Obwohl wir uns beeilten, so schnell wie nur irgend möglich in die Zimmer zu kommen, wurden wir bis auf die Knochen nass. Die restliche Zeit konnten die Kids dazu nutzen, um sich für den Bunten Abend vorzubereiten, der am nächsten Abend stattfinden sollte.

 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Leider bekam Tatjana über Nacht so starkes Fieber, dass sich Diana entschloss, sofort mit ihrer Tochter abzureisen.

An diesem Morgen waren die Auswirkungen des Wolkenbruches auch noch auf der kurzen Laufbahn zu sehen und so mussten zwei Männer vom BSFZ mit Besen bewaffnet ausrücken, um die Bahn für uns zu trocknen: denn bei uns stand heute der 60 Meter Sprint auf dem Programm. Nach ausgiebigen allgemeinen und speziellen Aufwärmübungen brannten die ersten Läufer/innen auch schon fabelhafte Bestzeiten in die Bahn. Der Herr über die Uhr war wieder Julian, der im Zusammenspiel mit Udo (der das Startsignal gab) für eine präzise Zeitnehmung sorgte. Nach jedem Durchgang wurden technische Aspekte besprochen, die bei den Läufen zutage traten. So war bei einigen der Kniehub etwas zu flach, andere neigten zu viel zu langen Schritten gegen Ende der 60 Meter. Alle versuchten, die Ratschläge in die Tat umzusetzen und gaben auch noch beim 5 und 6 Sprint ihr Bestes.

Nach der Mittagspause wollten die Kids trotz der anstrengenden Vormittagseinheit noch einmal auf die Laufbahn, um die 4 x 100 Meter Staffel zu trainieren (Bernhards flehentlicher Bitte nach einer 4 x 400 Meter Staffel wurde nicht nachgekommen). Wiederum waren unsere neuen Freunde rund um  "Der Gerät" auf der Laufbahn und feuerten unsere Kids lautstark an. Und dazu hatten sie auch allen Grund, denn was unsere Kids da an Freude, Engagement, Ehrgeiz und Kampfwillen zeigten, war tatsächlich ganz große Klasse. Nach drei Staffelläufen wurde diese Einheit dann beendet, da sich der Trainer Sorgen um Julians Daumen machte (vom ständigen Stoppuhrdrücken zeigte dieser schon leichte Entzündungserscheinungen). Also ging es wieder zu unserem geliebten See und zum Beachvolleyballplatz. Für manche war die Abkühlung im Wasser nicht genug, und so ließen sie sich im feuchten Sand des Beachvolleyball-Platzes eingraben.

Doch der Höhepunkt des heutigen Tages stand uns allen noch bevor: der Bunte Abend. Die Mädchen hatten schon seit Tagen immer wieder einige Sketche eingeübt und nun war es endlich an der Zeit, diese dem wartenden Publikum zu präsentieren. Wir trafen uns in der Schlossbibliothek und nach wenigen Augenblicken der Vorbereitung ging es los. Und die Mädels lieferten tatsächlich eine tolle Show ab – und so ganz nebenbei bauten sie auch noch den neuen Schlachtruf vom Dynamo Seyring in die Vorstellung ein: „Hey! Ho! Wie geht’s denn so? Wir sind die Piraten vom Dynamo!“

Die Jungs lasen dann zusammengetragene Witze vor – und obwohl man mitunter kaum ein Wort verstand, ernteten sie dennoch viele Lacher. Zum Abschluss parodierten noch Julia und Udo alle Teilnehmer/innen am Sommerlaufcamp. Da sie dies zum Teil improvisierten, kam es immer wieder zu kürzeren Wartezeiten, die die Kids mit Turn- und Fitnessübungen überbrückten.

 

Freitag, 15. Juli 2016

Zum Abschluss gab es heute noch einen Morgenlauf bei strahlendem Sonnenschein. Dieser brachte für uns alle zusätzlich einen Einblick in die Welt der Supermodels. Um das perfekte Morgenlauf-Photo zu bekommen, schickte uns Hannes immer wieder hinter eine Burschreihe zurück und wir mussten mit fröhlicher Miene ein ums andere Mal aufs Neue an ihm vorbeilaufen. Aber die Mühe hatte sich letztendlich gelohnt.

Nachdem sämtliche Taschen gepackt und die Zimmer geräumt waren, ging es zum letzten Mittagessen im BSFZ. Dabei tanzten unsere Kids in einer Polonaise in den Speisesaal und sangen lauthals: „Wer will mit zum Essen fahren?! Tschutschutschu – die Eisenbahn!“

Nach dem Mittagessen gab’s noch ein Eis im Sportcafé und kurze Zeit später kamen auch schon die ersten Eltern, um ihre Kids abzuholen. Und wieder ging ein Sommerlaufcamp viel zu schnell vorbei!

 

Sämtliche Photos vom Sommerlaufcamp 2016 gibt's hier ... >>

 

Nachtrag

Szenen nach dem Morgenlauf
Ein Drama in zwei Akten

Nachdem Maya-Paula aufgrund von Knieschmerzen den Morgenlauf frühzeitig beenden muss, geht Hannes mit ihr zurück zum Haupthaus. Er möchte die Gelegenheit nutzen, um Photos von uns zu machen, sobald wir alle nach der Runde zum Eingang zurückgekehrt wären. Was Hannes nicht weiß: wir laufen eine zusätzliche Schleife. Dadurch kommen wir von der anderen Seite zurück und betreten das Haus unbemerkt durch einen Nebeneingang (dass Hannes und Maya-Paula vorm Haus sitzen, bemerken auch wir nicht). Hannes sitzt auf einem Betonklotz – Maya-Paula steht neben ihm.

Erster Akt

Maya-Paula: Die sind aber lange weg!

Hannes: Mhmmmm.

Maya-Paula: Vielleicht sind sie schon zurück und irgendwo anders reingegangen.

Hannes: Nein, Maya-Paula! Ich hab' Dir vorhin schon gesagt, dass sie von da [er zeigt nach vorne zum Weg zwischen den Bäumen] zurückkommen werden.

[längeres Schweigen]

Maya-Paula: Die sind aber echt schon lange weg!

Hannes: [vergräbt seine Hände im Gesicht und stützt sich mit den Ellbogen auf seinen Knien ab] Mhmmm! Aber sie werden sicher gleich kommen.

Maya-Paula: Und wenn sie doch schon ...

Hannes: Maya-Paula! Die kommen ganz sicher von da vorne [er zeigt abermals nach vorne zum Weg zwischen den Bäumen – seine Geste wirkt jedoch schon ein wenig kraftloser].

Maya-Paula: Ich bin sicher, die sind schon zurück und von irgendwo anders reingegangen!

Hannes: [mit kraftloser Stimme] Sie werden sicher gleich kommen ...

Zweiter Akt

Alle Dynamos sind bereits frisch geduscht und warten sehnsüchtig auf das Frühstück. Udo schaut zufällig beim hinteren Balkon aus dem Fenster und sieht Hannes und Maya-Paula unten sitzen bzw. stehen. Er klopft gegen die Scheibe. Hannes und Maya-Paula blicken nach oben.

Maya-Paula: [stampft mit dem Bein auf den Boden auf] Ich hab's gewusst, dass sie schon drinnen sind!

Hannes steht schweigend auf und geht gebrochen zum Eingang. Maya-Paula folgt ihm triumphierend.

 ----

Anmerkung: Die Uraufführung dieses Bühnenstücks fand im Rahmen des Bunten Abends statt. In den Hauptrollen Julia als Maya-Paula und Udo als Hannes. Die Video-Aufzeichnung dieser vielseits umjubelten Vorstellung gilt bis dato als verschollen.